euer.io
ENAnmeldenRegistrieren →

Glossar

EÜR-Glossar: Begriffe der Einnahmen-Überschuss-Rechnung von A wie AfA bis Z wie Zufluss

Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung hat ihre eigene Sprache, und manche Begriffe bedeuten dort etwas anderes als in der Bilanz. Dieses Glossar erklärt die Begriffe, die Ihnen beim Ausfüllen der Anlage EÜR und ihrer Begleitformulare begegnen, kurz und mit Verweis auf die Rechtsgrundlage.

Stand: 2026-10-15

Grundbegriffe

Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR)

Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG für Steuerpflichtige ohne Buchführungspflicht, die auch freiwillig keine Bücher mit Abschlüssen führen. Der Gewinn ist der Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben.

Betriebseinnahme

Jeder Zufluss in Geld oder Geldeswert, der durch den Betrieb veranlasst ist: Honorare, Verkaufserlöse, vereinnahmte Umsatzsteuer, Erstattungen des Finanzamts, Erlöse aus dem Verkauf von Anlagegütern und der Wert privater Nutzungen.

Betriebsausgabe

Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind (§ 4 Abs. 4 EStG). In der EÜR zählen sie mit dem Tag der Zahlung; Ausnahmen gelten für Anlagegüter, die über die Abschreibung wirken.

Zufluss und Abfluss

Zeitpunkt, an dem Sie über eine Einnahme wirtschaftlich verfügen können bzw. eine Ausgabe geleistet haben. Er bestimmt nach § 11 EStG das Jahr, in dem die Zahlung in der EÜR erfasst wird.

Zehn-Tage-Regel

Ausnahme vom Zahltag für regelmäßig wiederkehrende Zahlungen, bei denen Fälligkeit und Zahlung in den Zeitraum vom 22. Dezember bis 10. Januar fallen. Sie gehören in das Jahr, zu dem sie wirtschaftlich gehören — typisch bei der Umsatzsteuer-Vorauszahlung für Dezember.

Betriebsvermögensvergleich

Die andere Gewinnermittlungsart, umgangssprachlich Bilanzierung: Gewinn ist der Unterschied des Betriebsvermögens am Ende und zu Beginn des Jahres, korrigiert um Entnahmen und Einlagen. Sie berücksichtigt Forderungen, Verbindlichkeiten, Vorräte und Rückstellungen.

Buchführungspflicht

Pflicht, Bücher zu führen und Abschlüsse aufzustellen, aus dem Handelsrecht (§ 238 HGB in Verbindung mit § 140 AO) oder aus § 141 AO ab mehr als 800.000 € Umsatz oder 80.000 € Gewinn nach Mitteilung des Finanzamts. Sie schließt die EÜR aus.

Einnahmen und Ausgaben

Durchlaufender Posten

Betrag, den Sie im Namen und für Rechnung eines anderen vereinnahmen und verausgaben, etwa verauslagte Gebühren für einen Mandanten. Er scheidet nach § 4 Abs. 3 Satz 2 EStG aus der EÜR aus. Die Umsatzsteuer ist dagegen kein durchlaufender Posten.

Beschränkt abziehbare Betriebsausgabe

Ausgabe, die nur teilweise oder nur unter Bedingungen den Gewinn mindern darf, etwa Bewirtungen zu 70 %, Geschenke nur bis 50 € je Empfänger und Jahr oder ein häusliches Arbeitszimmer. In der Anlage EÜR stehen sie in eigenen Zeilen mit den Spalten „nicht abziehbar“ und „abziehbar“.

Nicht abziehbare Betriebsausgabe

Betrieblich veranlasste Ausgabe, die das Gesetz trotzdem vom Abzug ausschließt, zum Beispiel die Gewerbesteuer, Geldbußen oder unangemessene Aufwendungen. Sie wird in der Anlage EÜR erfasst, mindert den Gewinn aber nicht.

Tagespauschale

Pauschale für die Arbeit in der häuslichen Wohnung: 6 € je Tag, an dem Sie überwiegend zu Hause arbeiten, höchstens 1.260 € im Jahr. Sie gilt unabhängig davon, ob ein Arbeitszimmer vorhanden ist, aber nicht neben Arbeitszimmerkosten.

Verpflegungsmehraufwand

Pauschale für Verpflegung bei Geschäftsreisen im Inland: 28 € bei 24 Stunden Abwesenheit, 14 € bei mehr als acht Stunden sowie für An- und Abreisetage. Tatsächliche Restaurantkosten sind dafür nicht abziehbar.

Fremdleistungen

Leistungen Dritter, die unmittelbar mit dem Betriebszweck zusammenhängen, etwa Subunternehmer, freie Mitarbeiter oder Provisionen. Sie stehen in einer eigenen Zeile der Anlage EÜR.

Anlagegüter und Abschreibung

Anlagevermögen

Wirtschaftsgüter, die dem Betrieb dauerhaft dienen sollen, etwa Fahrzeuge, Maschinen, Möbel oder Computer. Im Gegensatz dazu ist Umlaufvermögen zum Verbrauch oder Verkauf bestimmt, etwa Handelsware.

AfA (Absetzung für Abnutzung)

Verteilung der Anschaffungskosten eines abnutzbaren Anlageguts über seine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer nach § 7 EStG, im Anschaffungsjahr monatsgenau. Linear in gleichen Beträgen, für bewegliche Güter mit Anschaffung von Juli 2025 bis Ende 2027 auch degressiv.

Geringwertiges Wirtschaftsgut (GWG)

Selbständig nutzbares, bewegliches Anlagegut mit Anschaffungskosten bis 800 € ohne Vorsteuer. Es darf nach § 6 Abs. 2 EStG im Anschaffungsjahr voll abgezogen werden; über 250 € ist es zu verzeichnen.

Sammelposten

Wahlweise Zusammenfassung aller Anlagegüter eines Jahres mit Anschaffungskosten über 250 € bis 1.000 € netto, die nach § 6 Abs. 2a EStG über fünf Jahre zu je einem Fünftel aufgelöst wird — unabhängig davon, ob ein Gut vorher ausscheidet.

Restbuchwert

Anschaffungskosten eines Anlageguts abzüglich der bisherigen Abschreibungen. Scheidet das Gut durch Verkauf, Entnahme oder Verschrottung aus, wird der Restbuchwert als Betriebsausgabe angesetzt.

Teilwert

Wert, den ein gedachter Käufer des gesamten Betriebs einem einzelnen Wirtschaftsgut innerhalb des Gesamtkaufpreises beimessen würde, sofern er den Betrieb weiterführt (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG). Er ist in der Regel der Wert, mit dem Entnahmen und Einlagen von Gegenständen angesetzt werden.

Investitionsabzugsbetrag

Abzug von bis zu 50 % der voraussichtlichen Anschaffungskosten eines künftigen beweglichen Anlageguts nach § 7g EStG, bis zu drei Jahre vor dem Kauf. Im Anschaffungsjahr wird er hinzugerechnet; ohne Investition wird er rückgängig gemacht.

Sonderabschreibung

Zusätzliche Abschreibung nach § 7g Abs. 5 EStG von bis zu 40 % der Anschaffungskosten beweglicher Güter, verteilbar auf das Anschaffungsjahr und vier Folgejahre, für Betriebe mit höchstens 200.000 € Gewinn im Vorjahr.

Umsatzsteuer in der EÜR

Vereinnahmte Umsatzsteuer

Der Steueranteil in den Zahlungen Ihrer Kunden. In der EÜR eines regelbesteuerten Unternehmers ist er im Zeitpunkt der Zahlung Betriebseinnahme und steht in einer eigenen Zeile.

Vorsteuer

Die Umsatzsteuer auf Ihren Eingangsrechnungen, die Sie nach § 15 UStG vom Finanzamt zurückholen können. In der EÜR ist sie beim Bezahlen der Rechnung Betriebsausgabe, unabhängig davon, wann Sie sie in der Voranmeldung geltend machen.

Umsatzsteuer-Vorauszahlung

Die Zahllast aus der Umsatzsteuer-Voranmeldung, fällig am 10. Tag nach Ablauf des monatlichen oder vierteljährlichen Voranmeldungszeitraums. In der EÜR ist sie Betriebsausgabe, eine Erstattung Betriebseinnahme.

Dauerfristverlängerung

Auf Antrag verlängerte Frist für Voranmeldung und Vorauszahlung um einen Monat. Sie verschiebt die Fälligkeit der Dezember-Vorauszahlung auf den 10. Februar, sodass die Zehn-Tage-Regel nicht mehr greift.

Kleinunternehmer

Unternehmer mit höchstens 25.000 € Gesamtumsatz im Vorjahr und höchstens 100.000 € im laufenden Jahr (§ 19 UStG). Seine Umsätze sind steuerfrei, er hat keinen Vorsteuerabzug und trägt Einnahmen in Zeile 12 der Anlage EÜR ein.

Soll- und Istversteuerung

Sollversteuerung: Die Umsatzsteuer entsteht mit der Leistung. Istversteuerung (§ 20 UStG, auf Antrag): Sie entsteht erst mit dem Zahlungseingang. Die EÜR selbst erfasst in beiden Fällen nur tatsächlich geflossene Steuerbeträge.

Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers

Bei bestimmten Leistungen, etwa von Unternehmen aus dem EU-Ausland, schuldet nach § 13b UStG der Empfänger die Umsatzsteuer. Die Einnahme des leistenden Unternehmers gehört in der Anlage EÜR in die Zeile für steuerfreie und nicht steuerbare Einnahmen.

Privates, Schuldzinsen und Fahrzeuge

Entnahme

Alles, was Sie für private Zwecke aus dem Betrieb nehmen: Geld, Waren oder die Nutzung betrieblicher Gegenstände. Entnahmen sind keine Betriebsausgaben; Einzelunternehmer müssen sie aber gesondert aufzeichnen und in der Anlage EÜR angeben.

Einlage

Private Mittel, die in den Betrieb fließen — zum Beispiel Geld vom Privatkonto oder eine Betriebsausgabe, die Sie aus privater Tasche begleichen. Einlagen sind keine Betriebseinnahmen.

Überentnahme

Betrag, um den die Entnahmen eines Jahres die Summe aus Gewinn und Einlagen übersteigen. Kumulierte Überentnahmen führen nach § 4 Abs. 4a EStG dazu, dass ein Teil der Schuldzinsen nicht abziehbar ist.

Anlage SZ

Begleitformular für Einzelunternehmen, wenn die übrigen Schuldzinsen 2.050 € übersteigen. Es ermittelt die nicht abziehbaren Schuldzinsen mit 6 % der kumulierten Überentnahmen, begrenzt auf die Schuldzinsen abzüglich 2.050 €.

1-%-Regelung

Pauschale Bewertung der privaten Nutzung eines Firmenwagens, der zu mehr als 50 % betrieblich genutzt wird: monatlich 1 % des inländischen Bruttolistenpreises. Für bestimmte Elektro- und Hybridfahrzeuge gelten geringere Sätze.

Fahrtenbuch

Alternative zur 1-%-Regelung: Die private Nutzung wird mit dem tatsächlichen Anteil der Privatfahrten an den Gesamtkosten des Fahrzeugs angesetzt. Das Fahrtenbuch muss zeitnah, lückenlos und unveränderbar geführt sein.

Formulare und Verfahren

Anlage EÜR

Amtlicher Vordruck der Einnahmen-Überschuss-Rechnung, den das Bundesfinanzministerium jährlich bekannt gibt. Er wird nach § 60 Abs. 4 EStDV elektronisch übermittelt; für jeden Betrieb ist ein eigener Vordruck abzugeben.

Anlage AVEÜR

Anlagenverzeichnis zur Anlage EÜR mit Buchwerten, Zugängen, Abschreibungen und Abgängen je Gruppe von Anlagegütern. Sie ist Bestandteil der Anlage EÜR.

Feststellungserklärung

Erklärung zur gesonderten und einheitlichen Feststellung nach § 180 AO, mit der eine GbR oder Partnerschaftsgesellschaft den Gewinn auf ihre Beteiligten verteilt. Die Anlage EÜR der Gesellschaft gehört dazu, ergänzt um die Anlagen SE, AVSE und ER je Beteiligtem.

Anlage G und Anlage S

Anlagen zur Einkommensteuererklärung für Einkünfte aus Gewerbebetrieb (G) bzw. aus selbständiger Arbeit (S). Dort landet der steuerpflichtige Gewinn aus der Anlage EÜR.

Wirtschafts-Identifikationsnummer

Bundeseinheitliche Nummer für wirtschaftlich Tätige, die das Bundeszentralamt für Steuern vergibt. Sie wird in Zeile 5 der Anlage EÜR angegeben.

GoBD

Kurzform für die Grundsätze ordnungsmäßiger Führung und Aufbewahrung elektronischer Bücher, Aufzeichnungen und Unterlagen samt Datenzugriff, festgelegt in einem BMF-Schreiben. Sie gelten auch für die Aufzeichnungen von Einnahmen-Überschuss-Rechnern.

Verspätungszuschlag

Zuschlag nach § 152 AO, wenn die Steuererklärung zu spät kommt: je angefangenem Monat 0,25 % der um Vorauszahlungen geminderten festgesetzten Steuer, wenigstens aber 25 €.

So geht es mit euer.io

  • Jede Zeile der Anlage EÜR mit den Konten, aus denen sie sich zusammensetzt
  • Hinweise statt stiller Lücken, etwa bei ungeklärten Zahlungen oder Umsatzsteuer trotz Kleinunternehmerstatus
  • 99 € pro Monat je Arbeitsbereich, 7 Tage kostenlos testen

In euer.io müssen Sie diese Begriffe nicht im Kopf haben: Das Modul ordnet Zahlungen nach Zufluss und Abfluss, führt Anlagegüter mit Abschreibung im Register, trennt Umsatzsteuer und Vorsteuer und schlägt Entnahmen und Einlagen aus den Privatkonten vor. Daraus entstehen Anlage EÜR, Anlage AVEÜR und bei Bedarf Anlage SZ.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen EÜR und Bilanz?

Die EÜR zählt Zahlungen: Einnahmen minus Ausgaben im Jahr ihres Flusses. Die Bilanz vergleicht das Betriebsvermögen am Anfang und am Ende des Jahres und erfasst deshalb auch Forderungen, Verbindlichkeiten, Vorräte und Rückstellungen. Über die gesamte Lebensdauer eines Betriebs ergibt sich derselbe Gewinn, nur die Verteilung auf die Jahre unterscheidet sich.

Ist die Umsatzsteuer in der EÜR ein durchlaufender Posten?

Nein. Bei regelbesteuerten Einnahmen-Überschuss-Rechnern ist die vereinnahmte Umsatzsteuer Betriebseinnahme, die gezahlte Vorsteuer und die Zahlung an das Finanzamt sind Betriebsausgaben. Die Anlage EÜR hat dafür eigene Zeilen.

Was bedeutet „nicht abziehbar“ in der Anlage EÜR?

Es bezeichnet Ausgaben, die zwar betrieblich veranlasst sind, den Gewinn aber nach dem Gesetz nicht mindern dürfen, ganz oder teilweise — etwa 30 % der Bewirtungskosten, Geschenke über 50 € je Empfänger oder die Gewerbesteuer. Sie werden trotzdem eingetragen, damit das Finanzamt die Aufteilung nachvollziehen kann.

Was ist der Unterschied zwischen Entnahme und Betriebsausgabe?

Eine Betriebsausgabe ist betrieblich veranlasst und mindert den Gewinn. Eine Entnahme ist privat veranlasst und mindert ihn nicht, auch wenn das Geld vom Geschäftskonto abgeht. Die Einkommensteuer-Vorauszahlung vom Geschäftskonto ist zum Beispiel eine Entnahme.

Was ist der Unterschied zwischen AfA und Sonderabschreibung?

Die AfA verteilt die Anschaffungskosten planmäßig über die Nutzungsdauer und gilt für alle abnutzbaren Anlagegüter. Die Sonderabschreibung nach § 7g Abs. 5 EStG kommt zusätzlich hinzu, nur für bewegliche Wirtschaftsgüter und nur für Betriebe unterhalb der Gewinngrenze von 200.000 €.

Quellen und Rechtsstand

Primärquellen für die zentralen Aussagen dieser Seite. Öffnen Sie im Zweifel immer die aktuelle Fassung.

Die Begriffe kennen — die Rechnung euer.io überlassen

Laufend erfassen, Zuordnung prüfen und die Anlage EÜR nach Ihrer Freigabe übermitteln. 7 Tage kostenlos testen.

euer.io testen Zur Startseite

euer.io ist ein Produkt der MLR Ventures GmbH auf der Plattform jahresabschluss.io. Alle Ratgeber-Seiten zu Einnahmen-Überschuss-Rechnung